Atina gemeinnützige UG
Für einen sozialen Arbeitsmarkt - Wir geben jedem eine Chance

TEBE - Taktile Erschließung bezirklicher Einrichtungen


Laufzeit:       01.03.2018-31.12.2018

Wir statten das Familienzentrum in der Fürstenwalder Straße taktil aus! Derzeit ist dort eine Baustelle und wir erarbeiteten eine blindengerechte Beschilderung sowie Orientierungspläne, die notwendigen taktilen Informationstafeln zum Beispiel zum Gebäudegrundriss, zu den Etagen, zu WC, Treppen, Fahrstuhl, Fluchtwegen, Feuerlöschern und zu den Zimmernummern mit Namensschildern. Wir stellen mit diesem Projekt Orientierungshilfen für blinde und sehschwache Besucher/innen des Familienzentrums bereit.

Ablauf des Projektes:

  • Erfassung der örtlichen Gegebenheiten, räumlichen Zuordnung, spezifischen Besonderheiten,Treppen für das Gesamtgebäude als auch die einzelnen Etagen, auf denen Besucherverkehr stattfindet.
  • Auswahl der zu kennzeichnenden Objekte und Festlegung der in Braille-Schrift darzustellenden Informationen sowie das zutreffende Fertigungsverfahren festlegen.
  • Erstellen der Informationstafeln/Orientierungshilfen im Tiefziehverfahren bzw. durch handwerkliche Einzelanfertigung sowie deren Installation an den vorgesehenen Standorten im Familienzentrum.
  • Prozessbegleitende Qualitätskontrollen vor, während und nach Fertigstellung der taktilen Orientierungshilfen z.B. durch den Kooperationspartner ABSV e. V. oder blinde ehrenamtliche Helfer/innen.

Zu Beginn des Projektes standen die Erfassung der Gegebenheiten im Familienzentrum Fürstenwalder Straße 30 sowie die Auswahl der zu erstellenden taktilen Informationshilfen. Da es sich beim Familienzentrum um eine Baustelle handelte, konnte vor Ort nicht gearbeitet werden. Wir stimmten uns jedoch sehr intensiv mit den Mitarbeiter/innen des Familienzentrums ab und erhielten detaillierte Informationen und Grundrisspläne. Festlegungen zum Layout der taktilen Orientierungspläne wurden getroffen und es wurde eine Liste an zu fertigenden Objekten angelegt.

Hinzu kamen taktile Etagenpläne für das Erdgeschoss und das Obergeschoss zur Orientierung. Hierfür wurden die erhaltenen Grundrisspläne angepasst. Es gab diverse Vereinfachungen, wenn bestimmte Angaben auf einer taktilen Karte nicht eindeutig wären (eingezeichnete Dämmungen, unnötige Winkel, Überstände, unterschiedliche baubedingte Mauerbreiten etc.). Diese Informationen sind für eine spätere Orientierung sehbehinderter und blinder Personen nicht notwendig. Es wurden zudem die Raumbeschriftungen vereinheitlicht, vereinfacht und den Wünschen der Mitarbeiter/innen des Familienzentrums angepasst; diese wurden in Braille-Schrift erstellt.

Es wurden Matrizen für die Etagenpläne erstellt und im Verfahren der Thermoformung ertastbare Folien hergestellt. Nach der letzten Überarbeitung der Matrizen erfolgten die letzten Prozeduren mit der Vakuum-Tiefziehmaschine (Thermoformung). Folien und Papier-Etagenpläne wurden zu fertigen taktilen Orientierungs-/Etagenplänen zusammengefügt. Zusätzlich investierten wir in Aluminium-Schienen, so dass ein hochwertiger Rahmen für beide Etagenpläne (EG und OG) gefertigt werden konnte. Schrauben wurden abgesenkt und Kanten abgeschliffen, um die Verletzungsgefahr blinder Nutzer/innen auszuschließen.


Die Zielgruppe umfasst arbeitsmarktferne erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die aus einer langen Phase der Arbeitslosigkeit kommen und überwiegend multiple Vermittlungshemmnisse (fehlende Tagesstruktur/Orientierung, Stabilisierung, Einstellung auf eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt, Durchhaltevermögen, Berufserfahrung, soziale Kompetenzen) haben In dem Projekt können Langzeitarbeitslose mit und ohne Schul- und Berufsabschluss sowie mangelnder Berufserfahrung etc. beschäftigt werden.

Die Teilnehmenden an diesem Projekt konnten solche sozialen Tugenden wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Engagement, Zielstrebigkeit und die Qualität ihrer Arbeiten deutlich verbessern.

Dazu wurden die Kompetenzen der Teilnehmenden durch theoretische Veranstaltungen, durch Einweisungen in die Arbeit und in neue Techniken, erhöht. So gab es jeweils eine Einführung in die Problematik der Herstellung taktiler Hilfsmittel und der Schwerpunkte bei der Arbeit hieran. Mit den Teilnehmenden wurden Veranstaltungen zur Sensibilisierung für die Bedürfnisse Blinder und Sehbehinderter, eine Einführung in die Braille-Schrift (sowie die Begrifflichkeiten Schwarzschrift, Kurzschrift etc.) sowie zur Vermittlung eines ersten Einblicks in die Technik der Thermoformung durchgeführt. Es wurden zunächst Test-Matrizen, Folien und taktile Karten erstellt, wobei die Teilnehmenden relativ selbstständig üben konnten. Bei Schwierigkeiten und Verständnisproblemen wurden die Tätigkeiten gemeinsam wiederholt und durchgesprochen, es wurde verbessert und für jeden Teilnehmenden je nach seinen Interessen und Fähigkeiten eine Betätigung gefunden.

Am 13. Mai 2019 wurden unsere Orientierungstafeln offiziell an das Familienzentrum übergeben und eingeweiht!

Von links nach rechts: Herr Schulz (Geschäftsführer der Atina gUG), die BBWA-Geschäftsstelle, die Leitung des Familienzentrums Menschenskinder und unsere Kollegen von der Atina gUG mit der frisch eingeweihten Orientierungstafel im Erdgeschoss.

Weitere Infos zum Familienzentrum Menschenskinder finden Sie hier.